Was uns das Pferd sagt

Warum haben manche Pferd mehr Schwierigkeiten mit ihrer Kopfposition als andere? Dies ist ein übliches Problem, das Pferdeleute haben, egal ob sie Trainer mit Showpferden oder Freizeitreiter sind. Die Lösung besteht oft darin, den Pferdekopf herunterzubinden oder Hilfsinstrumente, die eine Hebelwirkung erzeugen, zu benutzen, um mehr Druck auszuüben. In den meisten Fällen wird von den Leuten das Symptom als das Problem erkannt.

Das Symptom ist der erhobene Kopf oder das geöffnete Maul des Pferdes. Populäre Lösungen sind hier im allgemeinen Tie Downs, Martingals, Schlaufzügel, mehr Hebelwirkung etc..

Aus unserer Perspektive ist das Problem, daß der Kopf unseres Pferdes oben und sein Maul geöffnet ist. Das Problem aus der Perspektive des Pferdes sind unsere Hände und/oder unser Gewicht, ergänzt durch mögliche Zahnprobleme. Wenn wir die Verantwortung für die Verursachung dieser Probleme übernehmen und die Ursachen eliminieren können, kann das Problem ohne Einsatz von "Hilfsmitteln" verschwinden.

Wenn wir uns auf Werkzeuge oder erhöhten Druck verlassen, um Symptome zu behandeln, verursachen wir bei unserem Pferd nicht nur mehr Leid und Verwirrung, ein großer Prozentsatz dieser Methoden haben nur einen kleinen Prozentsatz Erfolg. Speziell wenn man die Nebenwirkungen bedenkt, die diese haben können.

Es gibt diverse Dinge und Komplikationen, die Kopfprobleme verursachen können. Wenn zum Beispiel der Kopf hochkommt und das Maul sich öffnet setzt sich die Botschaft, die von den Händen durch die Zügel gesendet wird, nicht durch die Muskulatur bis in die Füße fort. Der Reiter würde vielleicht mit einem schnellen Zügelzug reagieren, und das Pferd hat keine Zeit um seine Füße für das gefragte Manöver zu positionieren. Das ist wie wenn man die Kupplung bei einem Schaltwagen "fliegen läßt". Wenn wir die Kupplung kommen lassen bis zu dem Punkt, an dem das Auto beginnt zu reagieren, dann warten und fühlen bevor wir sie ganz kommen lassen, können wir lernen die Übergänge von Stop zu Start oder zwischen den Gängen weich zu gestalten. Wenn wir jedoch zu schnell sind ruckt das Auto und stoppt. Dies ist vergleichbar mit unserer Reiterei und den Pferden: wenn wir warten und die Vorberitung des Pferdes auf ein Manöver erfühlen können wir weich sein, wenn wir aber in Eile sind stoppen die Füße, und das Pferd macht sich gegen den plötzlichen Druck fest.

Wenn wir provozieren, daß sich das Pferd in der Halsmuskulatur fest macht, indem wir zu fest oder zu schnell ziehen, hemmen wir die Balance des Pferdes und ihre Bewegungen. Ihre Bewegungen werden nicht weich und natürlich sein, genauso wie die Kopfhaltung.

Pferde benutzen ihren Kopf zum Balancieren durch seitliches Verschieben sowie auf und ab. Jede Bewegung von Kopf und Hals wird von den Schultern durch Bewegung in Rücken und Hinterhand "gekontert", wie bei einer Wippe, die sich seitwärts bewegt; das eine Ende kann sich nicht bewegen ohne das andere zu beeinflussen.

Die andere Sache, die Kopfhaltungs- oder andere Probleme verursachen kann, ist ein mangelhafter Zustand des Gebisses. Ohne seine angemessen Erhaltung und Pflege kann das Bit die Innenseiten der Backen quetschen oder Gewebe gegen scharfe Zähne drücken. Sogar eine Hackamore kann zu Verletzungen der Innenseiten der Backen führen wenn die Backenzähne scharfe Kanten haben oder sich die Kappen sich beim Jungpferd im Zahnwechsel lösen. Diese Kappen müssen alle 6 Monate kontrolliert werden, von Mitte bis Ende des zweiten Lebensjahres oder bis zum dritten Lebensjahr, bis alle zwölf Kappen abgelöst sind.

Wolfszähne sollten entfernt werden, bevor je ein Bit ins Maul gelegt wird. Die Wolfszähne können ins Zahnfleisch drücken, und die flache Wurzel kann durch Stöße gelöst werden, was auch zu Irritationen führt.

Bit seats (spezielle Abrundung der vorderen Backenzähne) sollten beibehalten werden, um eine abgerundete Oberfläche zu erhalten und zu verhindern, daß Gewebe, Laden oder Backen zwischen Bit und Backenzähnen eingequetscht werden.

Auch weiß jeder Pferdezahnarzt, der sein Fach beherrscht, wie er das Pferdegebiß ausbalancieren muß, um das Kiefergelenk zu entlasten. Die Pflege des Pferdegebisses ist meiner Meinung nach das am meisten übersehene und unterschätzte Problem weil eine "aus den Augen aus dem Sinn" Situation.